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Galgenteiche


Großer Galgenteich

Um 1550 wurden die Galgenteiche gebaut, damals eine der größten Stauanlagen Europas. Sein Wasser bezieht der Große Galgenteich aus den einstmals vermoorten Gebieten rings um den Kahleberg über die Systeme von Neugraben und Quergraben. Anfang der 1940er Jahre erfolgte die Erweiterung auf seine heutige Größe. Der 1190m lange und bis zu 11m hohe Damm kann maximal 700.000 Kubikmeter Wasser speichern. Die Wasserfläche nimmt ca. 20 Hektar ein, die Wassertiefe beträgt stellenweise 6 m, in Nähe des Südufers aber deutlich weniger. Die östliche Dammkrone bildet die Wasserscheide zwischen Müglitz und Weißeritz, denn der Kleine Galgenteich entwässert über den Tiefenbach und das Rote Wasser nach Osten, der Große Galgenteich über den Neuen Speicher nach Nordwesten.

Mit der Intensivierung der Altenberger Zinnförderung zu DDR-Zeiten verschärfte sich das Problem der Wasserknappheit. So wurde 1987 mit dem Bau eines dritten, noch größeren Beckens begonnen. Dafür musste mit dem Seifenmoor ein wertvolles Stück Natur weichen. Als mitten im Baugeschehen das Ende der DDR auch das abrupte Ende des Bergbaus mit sich brachte, standen die Bagger einige Zeit still. Bis 1993 wurde der Neue Galgenteich dann als Trinkwasserspeicher vollendet (23 ha, ca. 1 Mill. m3 Stauraum).


neuer Speicher Galgenteich (Foto: Kamprath)

Auf den Galgenteichen sind regelmäßig Stockenten zu beobachten, seit geraumer Zeit auch immer mehr Reiherenten. Auf den flachen Uferzonen kann man im Sommerhalbjahr die Limikolen (Watvögel) Flussregenpfeifer und Flussuferläufer entdecken. Während der Zugzeiten im Frühling und Herbst halten sich noch viele weitere Vögel an den Galgenteichen auf.


junge Reiherenten auf dem Galgenteich

Besonders die flachen Uferbereiche am Südrand des Großen Galgenteiches halten für Vögel reichlich Nahrung parat.

Am Südrand des Großen Galgenteiches ist noch ein winziger Rest des einstigen Moorkomplexes erhalten geblieben, der durch die mehrfache Erweiterung der Stauanlage sowie durch den Bau der Reha-Klinik immer mehr beschränkt wurde. Scheidiges Wollgras, Rausch- und Moosbeere erinnern im verbliebenen Rest des "Räumerich" genannten Moorwaldes an die einstige Vielfalt. Früher wuchsen hier auch Moor-Kiefern.


Naturschutzgebiet am Galgenteich mit Massenbestand Breitblättriger Kuckucksblumen

Breitblättrige Kuckucksblume

Im nordwestlich angrenzenden Wald, nahe der Schellerhauer Straße, haben einige Weiß-Tannen das Waldsterben der 1980er und 90er Jahre überlebt. Damit Rothirsche im Winter nicht deren Rinde schälen, wurden sie im Rahmen des Naturschutzpraktikums der Grünen Liga von Studenten mit Reisig eingewickelt.